Weg von Twitter – hin zu Mastodon

Es ist wirklich bemerkenswert, wie rasch inzwischen neue Mastodon-Instanzen und -Profile aus dem Boden sprießen! Es erweckt den Eindruck, dass viele Menschen eigentlich nur auf ein Ereignis wie die irrationalen Aktionen Musk‘s bei Twitter gewartet haben, um den Weg von der Zentralität in die Dezentralität zu suchen. Dabei erstaunt es mich besonders, dass gerade die Bundesministerien und -behörden recht schnell diesen Weg (zu social.bund.de) gefunden haben; allerdings ist das Bundeskanzleramt und der Bundeskanzler selbst, anders als die wichtigsten Ministerien, dort noch nicht angekommen (was mich jedoch angesichts der auch sonst zu konstatierenden Langsamkeit des Amtsinhabers nicht wirklich erstaunt). Die Feuerwehren haben mit feuerwehr.social bereits ihre Instanz in Betrieb, „Kirchens“ sind mit kirche.social vertreten (wobei das Erzbistum Paderborn inzwischen mit libori.social sogar eine eigene Instanz betreibt – wann kommt eigentlich mit liudger.social die Instanz des Bistums Münster?) und für die Verbände, Gliederungen, Einrichtungen und Mitglieder des Roten Kreuzes gibt es drk.network.

Twittervogel stürzt dem Mastodon vor die Füße
Auch eine Reihe von Bundesländern sind inzwischen vertreten, wobei hier besonders die baden-württembergische Instanz heraussticht, die auch Profilen anderer Bundesländer bereitwillig „Asyl gewährt“. Wer merkwürdigerweise derzeit noch gänzlich fehlt (falls ich nicht bei der Suche „Tomaten auf den Augen“ habe), ist das bevölkerungsreichste Bundesland NRW: weder Ministerpräsident noch Staatskanzlei noch Ministerien, weder Bezirksregierungen noch Kreispolizeibehörden (allesamt bislang recht vorbildlich auf Twitter vertreten) haben den Weg ins „Fediverse“ gefunden – ausgesprochen schade! Hier könnte IT.NRW als der für die Datenverarbeitung zuständige Landesbetrieb durchaus etwas mehr Aktivität vorlegen – und z.B. auch Kreise, Städte und Gemeinden mit ins Boot holen.

Insgesamt jedoch finde ich es erstaunlich – und auch Zuversicht ausstrahlend -, wie rasch die Menschen in unserem Land es schaffen, auf Fehlentwicklungen zu reagieren, sich aus der Abhängigkeit von einer Einzelperson zu lösen und ihr „kommunikatives Schicksal“ in die eigene Hand zu nehmen. Das lässt auch für andere Bereiche hoffen, und damit meine ich nicht nur die Energieversorgung, wo ja auch die Abkehr weg von zentralisierten hin zu dezentralen Lösungen mit dem täglich zu konstatierenden Zuwachs an Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern fast mit Händen zu greifen ist!

Und für alle, die dazu noch mehr lesen möchten, hier ein Link: https://netzpolitik.org/2022/twitter-exodus-wie-behoerden-medien-und-ngos-mastodon-fuer-sich-entdecken/#netzpolitik-pw

Bildquelle: netzpolitik.org

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Dachkennzeichnung von Einsatzfahrzeugen in NRW – auf halbem Wege steckengeblieben?

„Alte Leute wissen schon“ – über die Dachkennzeichnung von Einsatzfahrzeugen wird seit Jahrzehnten diskutiert und das Für und Wider erörtert. Bereits in den 70ern war sie für Fahrzeuge der „Wochenendwachen“ an den nrw. Autobahnen üblich, damals mit dem Funkrufnamen des jeweiligen Fahrzeugs. Später nahm die Diskussion dann richtig Fahrt auf, als während der Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide Feuerwehrfahrkameraden in ihrem Einsatzfahrzeug verbrannt und so ums Leben gekommen sind. Damals allerdings hatte es wohl zwei Auslöser dieses tragischen Unglücks gegeben: das Einsatzfahrzeug war nur schlecht von oben zu erkennen und außerdem war es lediglich mit einem Wenigkanalfunkgerät ausgestattet, so dass es keine Funkverbindung zur Einsatzleitung halten und einen Notruf absetzen konnte. Dies führte dann – zumindest in NRW – dazu, dass seit diesem Zeitpunkt in Einsatzfahrzeugen im 4m-Band nur noch Vielkanalfunkgeräte zugelassen waren; für den Einsatzstellenfunk auf 2m-Frequenzen ließ der Einsatz von Vielkanalfunkgeräten jedoch noch weitere Jahre auf sich warten. Um die Erkennbarkeit aus der Luft zu verbessern, wurde allgemein empfohlen, dass Einsatzfahrzeuge mit einer Dachkennzeichnung versehen werden sollten.

Allerdings lief die Diskussion noch etliche Jahre, ob dafür Funkrufname und Kanalnummer verwendet werden sollten (was hätte es aber bei der überörtlichen Hilfe gebracht, wenn der Heimatkanal am Fahrzeug angeschrieben war?) oder besser doch das amtliche Kennzeichen des Fahrzeugs. Schließlich regelte für NRW ein Erlass des Innenministeriums im Jahre 1978, dass für die Dachkennzeichnung das amtliche Kennzeichen zu verwenden sei; die Kennzeichnung selbst blieb aber eine Empfehlung, wurde also nicht vorgeschrieben, sondern lediglich erlaubt. Gerade auch bundes- und landeseigene Fahrzeuge blieben ohne Dachkennzeichnung, weil dies eine „Formänderung“ gewesen wäre, die zu beantragen war. Die meisten Nutzer haben daher auf den damit verbundenen Aufwand lieber verzichtet. Der Erlass von 1978 blieb jedoch über mehr als vierzig Jahre – bis 2020! – „in der Welt“, ist aber wahrscheinlich immer mehr in Vergessenheit geraten.

Allerdings: die zunehmende Notwendigkeit überörtlicher Einsätze und nicht zuletzt der steigende Einsatz von Luftfahrzeugen der BOS (nicht nur Hubschrauber, sondern insbesondere Drohnen) zeigt auf, dass eine Erkennbarkeit von Einsatzfahrzeugen aus der Luft sinnvoll ist. Hochwasser- und Waldbrandlagen mit dem Einsatz vieler Einheiten „von weit weg“ zeigen, dass es durchaus sinnvoll sein kann, anrückende Einheiten schon auf dem Marsch aus der Luft identifizieren zu können. Noch wichtiger wird diese Möglichkeit, wenn sich eine bodengebunden noch nicht erkennbare Gefahr auf Einsatzfahrzeuge und Einheiten zubewegt, wie dies bei Hochwassersituationen sowie Wald- und Flächenbränden immer wieder einmal geschieht. Das THW hat bereits vor einiger Zeit diese Überlegungen aufgegriffen und entsprechende Vorstellungen veröffentlicht.

Nach mehr als 42 Jahren hat im Jahre 2020 auch das Land NRW seinen „Uralterlass“ zur Dachkennzeichnung wieder ausgekramt und, wie ich finde, richtigerweise aktualisiert. Der seitdem geltende Erlass „Dachbeschriftung der mit Sprechfunkgeräten ausgestatteten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes“ (Runderlass des Ministeriums des Innern vom 17. Juni 2020) kann auf dem Server des Landes unter
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=1&gld_nr=2&ugl_nr=2134&bes_id=42785
gefunden werden.

So weit, so gut?
Ich finde: das geht in die richtige Richtung, aber es reicht nicht aus. Der neue Erlass lässt anscheinend die landeseigenen Fahrzeuge „außen vor“, jedenfalls spricht er sie nicht explizit an. Dabei wäre es doch ein leichtes, gerade bei den im Eigentum des Landes stehenden Fahrzeugen mit gutem Beispiel voranzugehen und sie bereits mit der „vorgesehenen“ (warum eigentlich „vorgesehenen“ und nicht „vorgeschriebenen“?) Dachbeschriftung auszuliefern – da die landeseigenen Fahrzeuge zentral in Düsseldorf mit NRW-Kennzeichen zugelassen werden, stehen ja die amtlichen Kennzeichen von vorneherein fest.

Es verwundert auch, dass für die Fahrzeuge des Rettungsdienstes, die ja eigentlich auch integraler Bestandteil des Gefahrenabwehrsystems sind, keinerlei Aussage getroffen wird. Hat man hier im Innenministerium Sorge gehabt, die Abstimmung mit dem für den Rettungsdienst zuständigen Gesundheitsministerium könnte misslingen und hat sich daher auf die Fahrzeuge in unmittelbarer Zuständigkeit des Innenministeriums beschränkt? Schade eigentlich! Im gleichen Zuge wäre es sinnvoll, den Erlass zumindest so zu ergänzen, dass die Hilfsorganisationen aufgerufen werden, für die von ihnen beigestellten organisationseigenen Einsatzfahrzeuge entsprechend zu verfahren.

Schließlich: auch die mitzuführende „Liste der Funkrufnamensystematik“ bleibt aus meiner Sicht auf halbem Weg stecken: der Digitalfunk bietet bekanntlich die Möglichkeit, jedes Funkgerät, gleichgültig, in welcher Gesprächsgruppe es gerade eingebucht ist, unmittelbar per Einzelruf über seine ISSI anzusprechen. Es wäre also sinnvoll, künftig eine praktikable Lösung dergestalt zu schaffen, dass die Liste der Fahrzeugkennzeichen auch jeweils mit der ISSI des dort verbauten Funkgeräts ergänzt wird, so dass jedes Fahrzeug nicht nur über seine aktuelle Gesprächsgruppe, sondern auch unmittelbar angesprochen werden kann. Überhaupt sollte überall dort, wo eine Liste oder ein Aufkleber mit dem amtlichen Kennzeichen des Fahrzeuges angesprochen wird, auch die ISSI mit aufgeführt werden, denn nur wenige Einsatzkräfte werden die ISSI ihres Fahrzeugs kennen oder sie im Trubel eines Einsatzgeschehens aus dem Gerät auslesen können. Und seien wir mal ehrlich: schwieriger als die Angabe einer Mobilfunknummer ist die Weitergabe einer ISSI auch nicht; sie sollte künftig – als eine Art von „Telefonnummer des Funkgeräts“ – zur Standardangabe bei überörtlichen Einsätzen gehören.

Und wenn dann noch die Fahrzeuge des Sanitätsdienstes auf dem Dach mit dem Rotkreuzschutzzeichen und die der anderen Fachdienste mit dem Schutzzeichen des Zivilschutzes ausgestattet würden, wäre das Leben im Bevölkerungsschutz zumindest, was diese Kennzeichnung angeht, vor Glück kaum mehr auszuhalten! 😉

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Was geschieht mit Twitter?

Elon Musk hat erst vor wenigen Tagen Twitter für eine horrende Summe eingekauft – und schon kursieren Nachrichten über Massenentlassungen und Einsparungen. Klar: Musk erhofft sich irgendwann (besser früher als später) einen “Return of Invest“ und Gewinne! Soeben wurde bei n-tv bereits darüber berichtet: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Musk-zueckt-bei-Twitter-wohl-den-Rotstift-article23685036.html

Neben dem Massenexodus von Twitter-Nutzern zu den alternativen Diensten Mastodon und Friendica könnte auch der Weggang der bisherigen Entwickler Twitter entscheidend schwächen. Die Alternativen haben den Vorteil, jede für sich aus einer Vielzahl kleiner Instanzen zu bestehen, die in aller Regel ehrenamtlich betrieben werden und auf bürgerschaftliches Engagement setzen. Das hält Kosten sehr in Grenzen. Dennoch bilden sie im Verbund des Fediverse ein großes, leistungsfähiges Netzwerk, das es im Ergebnis auch mit dem zentralisierten Twitter aufnehmen kann und auf Grund seiner Dezentralität weniger manipulierbar und weniger angreifbar ist.

Es wird nun entscheidend darauf ankommen, dass die “großen Player“ und Influenzer, Presseorgane, Behörden, Organisationen ebenfalls ihre Präsenz im Fediverse aufbauen. Dass bereits am Tag des Kaufs von Twitter zwei große Bundesministerien (AA und BMI) den Weg zu Mastodon gefunden haben, stimmt zuversichtlich, ist aber nur ein Anfang – viele müssen in den kommenden Wochen, besser Tagen, diesen Schritt auch tun. Übrigens: auch die Datenschützer würden darüber hocherfreut sein!

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„Dekalog der Gelassenheit“ (Hl. Johannes XXIII.)

Heute gedenkt die Kirche des Konzilspapsts Johannes XXIII. Er steht aber nicht nur für das II. Vatikanische Konzil, sondern er hat auch den Dekalog der Gelassenheit verfasst…

Leben
Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben – ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

Sorgfalt
Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern… nur mich selbst.

Glück
Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin … nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

Realismus
Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

Lesen
Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

Handeln
Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es niemandem erzählen.

Überwinden
Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

Planen
Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

Mut
Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

Vertrauen
Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

Nimm dir nicht zu viel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und mit Geduld.

(vielen Dank an Marcel Völz)

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Kommt die Entspannung an der “Gasfront“?

Gute Nachricht von der „Energiefront“: die deutschen Gasspeicher sind inzwischen zu 90% gefüllt, und das, obwohl Putin und Gasgerd alles getan haben, um Deutschland von der Belieferung mit russischem Erdgas abzuschneiden. Danke an unsere west- und nordeuropäischen Freunde für ihre Solidarität!

Etwas anderes wird damit aber auch deutlich: der Energieengpass scheint von Putin und Gasgerd von langer Hand geplant gewesen sein, sonst wären wir vermutlich nicht im Sommer in diese prekäre Situation gekommen. Gas als „strategische Waffe“ einzusetzen, um Westeuropa und insbesondere Deutschland bei dem Kolonialkrieg RuZZlands gegen die Ukraine zu paralysieren, war keine Augenblicksentscheidung, sondern langfristiges Kalkül! Und dass Altmeier als Wirtschaftsminister mit seiner Bundesnetzagentur anscheinend sehenden Auges in diese Falle getappt ist und den Verkauf der deutschen Gasspeicher an Gasgerds Gazprom genehmigt hatte, offenbart noch im Nachhinein eine bemerkenswerte, fast schon sträfliche Ignoranz und Blauäugigkeit! Wirtschaft ist eben mehr als „nur“ das Schaffen der Rahmenbedingungen, damit Firmen möglichst effizient Geld verdienen können – sie hat vielmehr auch eine riesige strategische Dimension. Jeder, der sich mit dem Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) befasst, weiß das. Hier hat Altmeier einfach versagt – und leider wirft dies auch einen Schatten auf die letzte Kanzlerschaft Merkels! Bleibt zu hoffen, dass Habeck das klarer erkennt.

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Es ist zum jammern …

Irgendwie schafft es die Ampel gerade, grundsätzlich richtige Entscheidungen kommunikativ absolut bescheuert zu präsentieren, nur um die eigene Klientel nicht zu verärgern.

Beispiel Übergewinnsteuer: da dieser Begriff bei der FDP und ihrem Klientel für Herzrasen sorgt („die FDP erhöht keine Steuern!“), wird das nun als „Gewinnbegrenzung“ oder so ähnlich deklariert. Das Ergebnis bleibt gleich: Unternehmen, die sich durch die aktuelle Krisensituation dumm und dämlich verdienen könnten, wird richtigerweise ein Teil dieses Gewinns, den sie ohne eigene Leistung erzielen würden (nennt man das woanders nicht „windfall profits“?), zugunsten der Staatskasse umgeleitet, die daraus den notwendigen sozialen Ausgleich finanzieren kann.

Beispiel Kernkraftwerke: die grüne Hardcore-Basis, die ihre Genese aus der Anti-AKW-Bewegung herleitet, würde eine Laufzeitverlängerung wohl damit quittieren, dass sie Jauchekübel auf Habecks Schreibtisch auskippt. Was macht also Habeck? Er nennt den Weiterbetrieb „Notreserve“ und hat das damit sprachlich elegant umgerubelt.

Damit wir uns richtig verstehen: ich finde beide Maßnahmen vom Ergebnis her richtig! Was mich stört, ist, dass unsere politischen Vorturner anscheinend inzwischen so sehr vor ihrer eigenen Klientel die Hosen voll haben, dass sie nicht mehr in der Lage sind, das, was sie vor ihrem Gewissen als richtig erkannt haben, auch so zu benennen und umzusetzen. Die Forderung unserer Verfassung: „… nur dem eigenen Gewissen verpflichtet und nicht an Weisungen gebunden …“ wird damit immer weiter hin zu so etwas ähnlichem wie einem imperativen Mandat vergewaltigt. Das geht mir ganz massiv gegen den Strich!

Hoffen wir, dass nun wenigstens „das, was hinten raus kommt“ (Helmut Kohl) einigermaßen vernünftig wird!

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Das Olympia-Attentat 1972

Wir erinnern uns heute an das Olympia-Attentat von vor 50 Jahren – ich erinnere mich noch gut, dass wir damals mit dem Schulchor zu einer Probenwoche auf der Wewelsburg waren und das Ereignis bei uns einiges durcheinandergebracht hat.

Die Opfer des Olympia-Attentats 1972

Aber was mir heute auffällt: Radio und Fernsehen sind in diesen Tagen voll mit vermeintlich tiefschürfenden Analysen von irgendwelchen Leuten, die im Abstand eines halben Jahrhunderts genau wissen, was die Polizei damals falsch gemacht hat. Was dabei aber kaum thematisiert wird: das Olympiaattentat war der Angriff einer terroristischen Mörderbande aus Palästina, die eine friedliche Veranstaltung nutzen wollte, einige ihrer Spießgesellen aus der Haft zu befreien. Dem gegenüber stand eine weitgehend arglose westliche Gesellschaft, für die Terrorismus im Grunde genommen keinen Belang hatte, da er bislang in ihren Ländern nicht existierte. Das Olympiaattentat traf damit auf eine weitgehend unvorbereitete Gesellschaft und Polizei. Eine Schuldzuweisung an die damaligen Einsatzkräfte ist daher in meinen Augen höchst ungerecht und trägt Elemente einer Täter-Opfer-Umkehr in sich. In Deutschland bedeutete das, dass anschließend die GSG 9 unter Ulrich Wegener aufgebaut wurde, um künftig auf solche Verbrechen reagieren zu können.

Übrigens war es in der Öffentlichkeit durchaus umstritten, ob man solchen terroristischen Erpressungen widerstehen oder ihnen vielleicht doch besser nachgeben solle. Die sich in den Folgejahren häufenden erpresserischen Flugzeugentführungen waren ein Resultat dieser Unentschlossenheit und auch des Unvorbereitetseins.

Aus meiner Sicht war es schließlich der Beweis dafür, dass der Staat Erpressungen nicht nachgeben darf, als nach den Flugzeugbefreiungen von Entebbe durch israelische Sicherheitskräfte und von Mogadishu durch die GSG 9 der Spuk der terroristischen Flugzeugentführungen plötzlich weitestgehend ein Ende hatte!

Ich finde jedenfalls, dass ein Tag wie heute selbstverständlich primär der Trauer um die unschuldigen Opfer des Olympiaattentats gelten muss, das steht für mich außer Frage! Allerdings gehört auch dazu, den damaligen Sicherheitskräften und ihren Hinterbliebenen Dank auszudrücken für den Mut, unter Einsatz des eigenen Lebens in einer völlig unübersichtlichen Lage für Schutz und Hilfe der Geiseln einzutreten!

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satirisch angehaucht: eigentlich müssten wir Putin fast dankbar sein … 

Seit Monaten haben wir immer wieder überlegt und dann doch gezögert: sollten wir eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach bauen, sollten wir unsere Gasheizung durch Wärmepumpentechnik ersetzen oder zumindest ergänzen? So richtig waren wir mit der Entscheidung nicht weitergekommen; das für solche Maßnahmen bereitgelegte Geld lagerte wohlbehalten auf einem Konto, brachte zwar kaum Zinsen, aber wurde auch bei der bisherigen Inflationsrate kaum weniger.

Dann kam aber der Februar, Putin überfiel die Ukraine, der Westen beschloss Sanktionen, die Inflationsrate sprang in die Höhe und dann schossen auch die Gaspreise nach oben. Beim Strom hatten wir zwar wegen eines noch laufenden Festpreisvertrags zunächst nichts zu befürchten, aber beim Gas? Die Diskussion über Preissteigerungen und die Gaspreisumlage ließen bereits erkennen, wohin der Weg gehen würde.

Das machte uns die Entscheidung nach dem bisherigen langen Zögern leicht: bevor unser Kapital massiv an Wert verliert, haben wir investiert! Zunächst kam die PV-Anlage aufs Dach mit dem Ergebnis, dass wir seit Inbetriebnahme im Juni praktisch keine „externen“ Stromkosten, also Stromkäufe vom E-Werk, mehr haben, sondern im Gegenteil erhebliche Mengen selbstproduzierten Stroms an den Netzbetreiber verkaufen können. So richtig lukrativ ist das zwar nicht, weil die Einspeisevergütung sehr gering ist, aber mit dem Produktionsüberschuss an elektrischer Energie kann man ja vielleicht noch etwas anderes machen. Die Monatsbilanz von August, dem ersten Monat, in dem unsere Anlage voll in Betrieb war, stimmt jedenfalls sehr optimistisch!

Und so sind wir jetzt dabei, auch zur Minimierung unseres Gasverbrauchs nun zwei Split-Klimageräte einzubauen. Im Sommer damit kühlen, im Winter damit heizen ist das Ziel. Es sieht so aus, dass wir den für den Betrieb erforderlichen Strom hauptsächlich aus der eigenen PV-Anlage decken können. Wir werden dann zwar kaum noch was ins Netz einspeisen, aber wenn wir dadurch unseren Gasverbrauch angesichts der Putin‘schen Gaspreistreiberei kräftig reduzieren können, dann ist das für uns ein Gewinn. Wir brauchen dann nämlich nicht mehr Putin und Gasgerd zu subventionieren.

Was kommt danach? Da wir im Zuge des Baus der PV-Anlage auch bereits eine Wallbox installiert haben, wird es wohl so sein, dass wir beim nächsten anstehenden Fahrzeugwechsel auf Elektromobilität umsteigen werden. Evtl. werden wir dafür die Produktions- und Speicherkapazität unserer PV-Anlage vergrößern müssen, aber vielleicht hat die Bundesregierung bis dahin die steuerliche „Liebhabereigrenze“ für private Anlagen angehoben, so dass wir unseren Strom dann auch bei größerer Produktionsmenge nutzen können, ohne gleich damit als gewerblicher Anbieter zu gelten. Warten wir mal ab, was kommen wird …

Jedenfalls: ohne Putins verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wären wir wahrscheinlich nicht so rasch zu den Entscheidungen gekommen, wie wir sie jetzt getroffen haben. Wir hoffen, damit in die Zukunftssicherheit unseres Hauses investiert zu haben und damit unabhängiger von den Zeitläuften zu werden.

Wie gesagt: eigentlich müssten wir Putin fast dankbar sein!

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Rüm Hart – klar Kiming!

„Kreml setzt auf Unruhen in der EU, um Krieg zu beenden“ – die Anzeichen sind eindeutig so! Putins „5. Kolonne“ ist an verschiedenen Stellen bereits aktiv, sei es bei dem Versuch, die finnische Ministerpräsidentin (die den Beitritt Finnlands zur NATO forciert) zu desavouieren, sei es bei der Unterstützung antidemokratischer Kräfte in Ungarn und Polen, sei es bei der ständigen Zündelei zwischen Griechenland und der Türkei, sei es bei der klammheimlichen Anstachelung links-rechter Protestbewegungen in Deutschland (informelle Wagenknecht-Höcke-Koalition), sei es bei der inzwischen offensichtlichen finanziellen Förderung des rechtsradikalen Front Nationale in Frankreich. Dass Putins Trolle, leider auch gestützt durch den ehemaligen Bundeskanzler Schröder, durch ständige Manipulationen an der Gasversorgung Deutschlands bei uns ein wenig „Volksseele zum Kochen bringen“ wollen, ist offensichtlich!

Der “Tagesspiegel“ hat das heute zutreffend so beschrieben.

Was hilft? Wir sollten uns alle auf den alten Wahlspruch der Friesen besinnen: „Rüm Hart, klar Kiming!“ – weites Herz, klarer Horizont! Hasenfüßigkeit und ständiges Schielen auf den kurzfristigen eigenen wirtschaftlichen Vorteil ist jetzt von Übel. Wir haben es als Volk und Nation durch unsere Geschichte mehrfach bewiesen, dass wir dann, wenn es nötig ist, zusammenstehen können und uns durch Larmoyanz und Kleinmütigkeit nicht unterkriegen lassen.

Es kommt jetzt darauf an, mit Ruhe, Gelassenheit, aber auch Standfestigkeit allen Versuchen des ruzzischen Diktators und seiner Hilfstruppen entgegenzustehen, die Ziele Stalins und seiner Epigonen auf Unterwerfung des gesamten europäischen Kontinents doch noch zum Erfolg zu führen.

Zwei Grad niedrigere Temperatur im Wohnzimmer sollten uns doch wohl nicht veranlassen, uns winselnd vor Putin auf den Rücken zu werfen!

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Gasumlage – ein Rohrkrepierer!

Es zeichnet sich mehr und mehr ab: die angekündigte Gasumlage dient kaum dazu, Gashändler vor der Insolvenz zu bewahren und damit Kunden zu schützen, sie wird vielmehr dazu beitragen, dass die Gewinne der Gashändler nicht gegenüber den exorbitant hohen Ergebnissen der Vorjahre einbrechen.

Ich finde: so haben wir nicht gewettet; zu einem Insolvenzschutz und damit Schutz der Versorgung von Endkunden würde ich ja beitragen wollen, nicht hingegen zum Schutz der Gewinnmarge ohnehin schon üblicherweise höchst profitabler Unternehmen!

Dabei wäre es so einfach:

1. Mittel aus der Gasumlage erhalten ausschließlich Gashändler, die in diesem Jahr mit einem negativen Ergebnis aus dem ordentlichen Geschäftsbetrieb abschließen, also OHNE Berücksichtigung außerordentlicher Effekte z.B. aus Finanztransaktionen.

2. Positive Ergebnisse aus dem Vorjahr werden angerechnet, d.h., Gewinne aus 2021 stützen die Verluste aus 2022. Erst dann, wenn danach ein negativer Saldo übrigbleibt, gibt’s Geld aus dem Topf der Gasumlage.

3. Gewinne in den kommenden (3? 5?) Jahren nach Ende der Stützung werden ebenfalls angerechnet, dienen also dazu, die Stützung aus der Gasumlage zurückzuzahlen.

4. Für die Dauer der Stützung durch die Gasumlage erhalten die Manager nur ihr Grundgehalt, die Zahlung von Boni ist nicht erlaubt.

Ich bin mir ziemlich sicher: würden solche oder vergleichbare Grundsätze beschlossen UND KOMMUNIZIERT, dürfte das Verständnis bei den Menschen für die Gasumlage bedeutend höher sein als bei dem derzeitigen Herumgeeiere!

Übrigens: Markus Kremser hat aus meinen Gedanken eine Petition geschrieben. Ich würde mich freuen, wenn ihr dieser Petition beitretet. Vielleicht kann man ja tatsächlich noch etwas bewegen!

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