Renaissancechor "venestra musica" Nordwalde

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Evensong am 17. Dezember

„Das war eine der schönsten Veranstaltungen des Advent“ war die spontane Einschätzung von Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup am Schluss. Und in der Tat – mit dem Evensong am Mittwoch der dritten Adventswoche hat „venestra musica“ wieder einmal Ohren und Herzen der Zuhörer erreicht. Mit einer gelungenen Mischung aus Choral sowie Gesängen des frühen Barock kam in der nur schwach erleuchteten St. Dionysius-Kirche rasch adventliche Stimmung auf, die die Zuhörer in ihren Bann zog und auch zum Mitsingen anregte.

Die der anglikanischen Kirche entstammende Tradition des Evensongs folgt einer strengen Form. Nach der Eröffnung (hier ein „Grand Plein Jeu“ von Louis-Nicolas Clérambault, an der Nordwalder Barockorgel vorgetragen von Thorsten Schlepphorst) folgten zwei Psalmgesänge, einmal in Choralform (Psalm 62 von dem englischen Komponisten T.A. Walmsley) sowie einmal auskomponiert „Meine Schafe hören meine Stimme“ von Tobias Michael, einem Komponisten, der sicherlich zu den „Kernkompetenzen“ von venestra musica zählt. Abgeschlossen wurde dieser erste Teil des Evensongs durch „Dixit Maria ad Angelum“ von Hans Leo Hassler.

Zum Abschluss der im Evensong so genannten Verkündigung erklang das Lied „Herr, send herab uns deinen Sohn“ im Wechsel zwischen Chor und Gemeinde und an der Orgel von Brigitte Revermann-Bödding begleitet.

Ein besonderer Leckerbissen war der Hochgesang des Magnificat in der sog. „Alternatim-Form“, also dem Wechsel zwischen Orgel und – in diesem Fall – Choralschola. Die Vokalpartien wurden von den Frauenstimmen des Chores gesungen, während in den Orgelparts Thorsten Schlepphorst die Magnificat-Vertonung von Jean-François Dandrieu zu Gehör brachte – eine gelungene Kombination!

Das im Evensong jeweils dem Vaterunser-Gebet vorausgehende „Nunc dimittis“ war diesmal ein Stück des Renaissance-Komponisten Tomás Luis de Victoria, ebenfalls mit Einwürfen als Choralpartien (nun von den Männerstimmen gesungen). Bemerkenswert: bislang hat venestra musica bei jedem Evensong ein anderes – neues - „Nunc dimittis“ aufgeführt! Im Abschlussteil erklang „Verley uns Frieden gnädiglich“ von Heinrich Schütz, während die Gemeinde nach dem Segen bei dem gemeinsam mit dem Chor gesungenen Lied „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“ kräftig einstimmte. Erfreulicherweise blieben die Zuhörerinnen und Zuhörer auch zum abschließenden Orgelstück („Dialogue sur les Grande Jeux“ wiederum von Louis-Nicolas Clérambault) auf ihren Plätzen und dankten den Mitwirkenden abschließend mit herzlichem Applaus.

Der Evensong von venestra musica in der dritten Adventswoche scheint sich in der Einstimmung auf das Weihnachtsfest inzwischen zu einer ebenso guten Tradition zu entwickeln wie das Adventskonzert am ersten Adventssonntag. Und Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup bemerkte anschließend zu den Sängerinnen und Sängern: „So einen Evensong könnte ich mir für jede Woche wünschen!“

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