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Better is peace Drucken

Eine Woche für den Frieden vom 6. bis zum 10. Mai 2015

In diesem Jahr jährt sich zum 70. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs. In einer „Woche des Friedens“ wollen wir in Nordwalde ein Zeichen setzten.

Höhepunkt und Abschluss der Woche ist das große Konzert in der St. Dionysius Kirche am Sonntag, den 10. Mai um 16.00 Uhr, das die Thematik von Krieg und Frieden aufnimmt.

Auf dem Programm stehen „The Armed Man“ von Karl Jenkins, die „Chichester Psalms" von Leonard Bernstein und „Ein Überlebender aus Warschau“ von Arnold Schönberg.

Der eigens für dieses Konzert gebildete Projektchor P11 besteht aus etwa 60 Personen, die aus Nordwalde und den umliegenden Orten kommen, auch die Mädchenkantorei der St. Dionysius Gemeinde wird bei dem Konzert mitwirken. Das Kourionorchester, sicher vielen Nordwaldern durch seine Mitwirkung bei den Aufführungen des Weihnachtsoratoriums und der Schöpfung noch in guter Erinnerung, wird den instrumentalen Part des Konzertes übernehmen. Als Solisten sind der Countertenor Franz Vitzthum (Heidelberg) und Arndt Winkelmann als Sprecher zu hören.

Die drei Hauptwerke des Konzertes erklingen alle zum ersten Mal in Nordwalde:
Arnold Schönbergs „Ein Überlebender aus Warschau“ erzählt die Geschichte der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto am 19. April 1943.
Zum großen Orchester tritt in diesem Stück ein Erzähler, der die Rolle eines Augenzeugen übernimmt. Er berichtet, wie die Juden niedergeknüppelt und nach dem Appell mit dem Befehl zum Abzählen in die Vernichtungslager deportiert wurden. Inmitten all dieser Brutalität besinnen sich die Juden, hier vertreten durch einen Männerchor, auf ihre religiösen Wurzeln und beginnen, das „Schma Jisrael“, das jüdische Glaubensbekenntnis zu singen, womit das Stück endet.

Die für die Chorsänger größte Herausforderung in der Vorbereitung waren die „Chichesterpslams“ von Leonard Bernstein.  Fast auf den Tag genau 50 Jahre nach der Uraufführung erklingen sie in der St. Dionysius Kirche. Leonard Bernstein - bekannt als bedeutender Dirigent und Komponist der „West Side Story“ -  komponierte das dreiteilige Chorwerk auf hebräische Psalmentexte, für Countertenor, Soloquartett, Chor und Orchester (mit zwei Harfen!). Die "Chichester Psalms" gelten als Beitrag zur jüdisch-christlichen Ökumene, da die Psalmen zu den bedeutendsten Schriften beider Religionen gehören.

In der Auswahl der Psalmen durch den Komponisten finden wir auch die Thematik des Konzertes wieder. Nach dem Lobpreis des ersten Satzes, befinden wir uns in der friedlichen Welt. Doch die sanfte Melodie ("Der Herr ist mein Hirte", Psalm 23) wird jäh von voran preschenden tiefen Chorstimmen unterbrochen.(„Warum toben die Heiden", Psalm 2). Eine wiegenliedhaften Melodie im Schlusssatz auf den Text eines Friedensgebetes (Psalm 133) symbolisiert die hoffnungsfrohe Botschaft, mit der der Komponist die Zuhörer entlässt.

So ist die Wahl der  Komposition des jüdischen Komponisten Bernsteins in der Sprache des jüdischen Volkes auch als Geste der Verständigung an die Menschen zu verstehen, die wohl das größte Leid während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten zu tragen hatten.

Unter dem Eindruck des Kosovo-Krieges schrieb der englische Komponist Karl Jenkins seine Messe „The Armed Man – A Mass for Peace“, die im Jahr 2000 uraufgeführt wurde. In dem Stück für großes Orchester, Chor und Solisten verbindet Jenkins als musikalische Elemente Militärmusik, traditionelle Kirchenmusik, Pop und Jazz. Marschrhythmen, Fanfarenklänge und der Zapfenstreich werden zu hören sein, ebenso wie der Ruf „Allahu Akbar“ des Muezzins, das „Kyrie“ der Messe, ein jüdischer Psalm und Passagen aus dem altindischen Epos Mahàbharàta.
Das Anliegen der Musik von Karl Jenkins ist es, Militär, Religionen und Gesellschaft zusammenzuführen in dem gemeinsamen Wunsch nach Frieden.

Vor dem Konzert gibt Prof. Michael Custodis eine kurze Einführung zu den Werken.

Karten zum Preis von 15,00 € erhalten Sie bei „buch und mehr“. Restkarten, soweit vorhanden an der Tageskasse für 20,00 €.